Wandmalerei  
Der Erzdiözese München und Freising  
line decor
  
line decor
 
 
 
 
 
Gesellschaftswissenschaften I Wirtschaft und Recht
Sozialpraktische Grundbildung

Im Schuljahr 2010/11 absolvierten alle Schülerinnen der 10. Jahrgangsstufe des sozialwissenschaftlichen Zweiges unserer Schule ein soziales Praktikum. Die Wahl der Praktikumsstelle ist frei gestellt. Die erfolgreiche Teilnahme ist die Voraussetzung für die Zulassung zur Oberstufe. Die Schülerinnen erhalten von ihrer Praktikumsstelle ein Zeugnis. In einem Praktikumsbericht beschreiben sie deren Ziele und Aufgaben und schildern ihre persönlichen Erfahrungen. Die Vermittlung von sozialer Kompetenz, der Kontakt mit dem beruflichen Alltag und den aktuellen sozialen Problemen unserer Gesellschaft und die Schulung der Kommunikationsfähigkeit durch einen intensiven Informationsaustausch sind primäre Ziele dieses Praktikums.

Praktikumsstellen der Schülerinnen im Schuljahr 2010/2011:

  • Kindergarten
  • Kinderhort
  • Kinderkrippe
  • Kinderhaus
  • Kindertagesstätte
  • Heilpädagogische Tagesschule
  • Altenheim
  • Werkstatt für Körperbehinderte
  • Krankenhaus
  • Malteser Hilfsdienst
  • Sozialbürgerhaus
  • Pfennigparade
  • Kinder- und Jugendtreff

Den persönlichen Wert dieser besonderen Unterrichtsveranstaltung belegen die nachfolgenden Auszüge aus den Berichten der Schülerinnen.

Stiftung Pfennigparade (Alexandra Grobelny 10b)
Ich selbst durfte in der oben beschriebenen Institution mein 3-wöchiges Praktikum in der WKM, der anerkannte Werkstatt für körperbehinderte Menschen der Pfennigparade verbringen. Jedoch war ich speziell einer Arbeitsgruppe zugeteilt worden, welche sich, als sie gegründet wurde den Namen „Group Smirage“ gab.
Die Group Smirage war Anfangs eine Gruppe ca. 13 junger Künstler die alle eines gemeinsam hatten, und das war nicht nur ihre Behinderung sondern vor allem die Leidenschaft zur Malerei die jeder von ihnen früher oder später für sich entdeckte. Da der Andrang von Außenstehenden in die Gruppe aufgenommen zu werden im Laufe der Zeit immer größer wurde, stellte man nochmals rund 13 Arbeitsplätze zur Verfügung, um die Group Smirage schlicht und einfach zu vergrößern um dem Andrang gewachsen zu sein.
Ich kann nicht sagen, dass genau einer der 26 Behinderten mich am meisten fasziniert, interessiert, berührt oder beeindruckt hat, denn das hat jeder von ihnen auf seine ganz spezielle und eigene Art und Weise getan. Ich kann auch nicht sagen, wen von ihnen es am schlimmsten oder weniger schlimm getroffen hat, denn leicht hat es gewiss keiner der 26. Und ebenfalls kann ich nicht behaupten einer von ihnen hätte am schönsten gemalt, denn zwar malten sie alle unterschiedlich, doch jeder für sich einzigartig. Und wie soll ich argumentieren einen von ihnen besonders nett gefunden zu haben, wenn doch jeder von ihnen einen Platz in meinem Herzen gefunden hat.
Sowie auch Mohamed, der seit seiner Geburt an einer Muskeldystrophie, eine Muskelerkrankung, deren Kennzeichen eine fortschreitende, meist symmetrisch ausgebildete Muskelschwäche ist, leidet. Er ging auf eine Schule, an der er der einzige mit einer Behinderung war und wurde deshalb zum Außenseiter erklärt. Vielleicht ist das ein Grund warum er heute, anderen, ihm noch fremden Menschen gegenüber eher misstrauisch ist. Auch ich machte diese Erfahrung, denn erst nach einigen Tagen konnte er mir mehr Offenheit und Vertrauen entgegenbringen. Nachdem ich also anfangs sogar unter Kontrolle stand, als ich ihm einen Kaffee machte, durfte ich in meinen letzten Tagen sogar mit ihm an seinem Bild malen. Wir lernten uns besser kennen und konnten über vieles reden. An meinem Abschiedstag bekam ich von ihm ein Bild von einem Frosch geschenkt, das mir seit meinem ersten Praktikumstag  gut gefiel. Ich nahm es nicht nur als Geschenk, sondern gleichzeitig als Symbol der Anerkennung und Freundschaft entgegen. Ich hoffe sein Wunsch seine Freundin zu heiraten geht bald in Erfüllung.                                                                                                

Altenheim St. Alfons (Miranda Gehrke 10b)
Letztlich bin ich wirklich froh, dass ich mich für das Praktikum im Altenheim entschied, da ich dort herzlich in die Gemeinschaft aufgenommen wurde.
Zwar war es sehr traurig die pflegebedürftigen Bewohner mit anzusehen, doch auf der anderen Seite gab es die aktiven Bewohner, die mich immer wieder durch ihre körperlichen und geistigen Leistungen erstaunten.
Die Mitarbeiter und die Bewohner des Altenheims waren stets freundlich zu mir, was mir die Arbeit erleichterte.
Auch im Umgang mit älteren Menschen habe ich einiges dazugelernt, ich habe mich mit Problemen auseinandergesetzt, wurde immer wieder erneut durch die Leistungen der Mitarbeiter, die stets mit einem Lächeln im Gesicht auf einen zu gingen und stets fröhlich mit den älteren Menschen umgingen, erstaunt. Das Praktikum war auf jeden Fall eine schöne Erfahrung und hat mir einen komplett neuen Eindruck vom Leben im Altenheim gegeben.