SINIS Bayern
Beiträge zur Weiterentwicklung des mathematisch-naturwissenschaftlicen Unterrichts
Als Reaktion auf die unbefriedigenden Ergebnisse bei der TIMS-Studie 1997 initiierte die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung das Modell-Versuchsprogramm zur „Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts“ (SINUS). Nahmen in der Anfangsphase nur ausgewählte Schulen an diesem Programm teil, so wurden ab 2003 die an diesen wenigen Schulen gesammelten Erfahrungen und Ergebnisse unter dem Stichwort SINUS-Transfer bzw. SINUS Bayern an möglichst viele Schulen weitergegeben.
Im Oktober 2009 nahmen wir – d. h. 5 bis 6 Mathematik-Kolleginnen und -kollegen vom Edith-Stein-Gymnasium - erstmals an einem Fortbildungsnachmittag von SINUS Bayern teil. Zusammen mit dem Albert-Einstein-Gymnasium und dem Gymnasium Oberhaching bildeten wir ab Januar 2010 eine eigene Schulgruppe (mit insgesamt ca. 20 Lehrkräften, die von zwei sog. Moderatoren, d.h. Lehrern, die SINUS selbst schon ausführlich erprobt hatten) betreut wurde. In der Folge trafen wir ins dann mehrmals im Jahr zu den Fortbildungsnachmittagen.
SINUS strebt nicht einen plötzlichen Umbau des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts an, sondern sucht den Einstieg in einen Prozess, der die Unterrichtsqualität schrittweise und nachhaltig verbessert. Dabei kann durchaus auf bisherigem Material aufgebaut werden. Beispielsweise finden alte Aufgaben weiterhin Verwendung, werden aber daraufhin untersucht, wie sie durch zusätzliche Fragestellungen erweitert werden können (zu sog „Offenen Aufgaben“, so dass etwa eine bessere Vernetzung mit bisherigem Wissen erreicht wird).
Ziel des Programms ist grundsätzlich die Stärkung des eigenverantwortlichen und selbständigen Lernens von Schülerinnen und Schülern. Die Kinder und Jugendlichen werden dazu angeleitet, selbst Erkenntnisse und Zusammenhänge zu erarbeiten.
Wichtige Themen von SINUS:
- Die Weiterentwicklung der Aufgabenkultur
- Aus Fehlern lernen
- Kumulatives Lernen - Zuwachs von Kompetenz erfahrbar machen –
- Die Sicherung von Grundwissen
- Individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern
Besonders gut gefallen hat uns die praxisnahe Gestaltung der Nachmittage mit Beispielen aus dem aktuellen Unterricht und mit Gruppenarbeiten, in denen wir selbst die Ideen und Materialien erproben konnten.
Leider kamen wir erst relativ spät zu SINUS: Im Juli 2011 läuft das Programm, das vom Kultusministerium unterstützt wurde aus. Für ein europäisches Nachfolgeprogramm unter dem Namen „Fibonacci-Projekt“ haben wir uns aber schon angemeldet.
Christine Schwenk
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