Sehr anschaulich war die Ausstellung über das Konzentrationslager, welche sich im sogenannten Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Konzentrationslagers befindet und mit einem Film und vielen Bildern, Zeitungsartikeln und historischen Dokumenten zeigt, wie das Leben der Häftlinge im KZ Dachau aussah. Danach haben wir alle noch an einer ca. eineinhalb-stündigen Führung teilgenommen. Dabei hat unser Touristenführer auch mit vielen Klischees aufgeräumt. So war das KZ Dachau zum Beispiel lange Zeit keinesfalls ein Lager in dem schreckliche hygienische Bedingungen herrschten, sondern vielmehr ein „Vorzeigelager“ der Nationalsozialisten, das oft hochrangigen Besuch von Nationalsozialistischen Führungspersonen erhielt und in dem penibel auf Sauberkeit geachtet wurde. Schon für den kleinsten Kaffeefleck auf dem Geschirr wurden die Häftlinge hart bestraft.
Sehr bewegend war dann auch die Besichtigung des Krematoriums und der Gaskammer, in welcher jedoch keine Massenvergasungen stattfanden. Für uns alle war das Gefühl sehr beklemmend, in einer Gaskammer zu stehen, die für die Ermordung von Menschen gedacht war. Die Luft in diesem Raum ist auch heute sehr stickig, was mein Unbehagen in diesem Raum noch verstärkt hat.
Der Nationalsozialismus ist leider Teil unserer Geschichte, aber es wird uns allen vermutlich immer unverständlich bleiben, wie der Mensch in so hohem Maße und auf eine so schreckliche Art und Weise Opfer des Menschen werden kann. Der Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau hilft uns jedoch dabei die Gefahr des Nationalsozialismus zu realisieren und zeigt uns, dass es Aufgabe eines jeden von uns ist, dafür zu sorgen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.
Viviane Dohm, 9c |